Warum muss sich bei einem Barcamp eigentlich jeder vorstellen?

Vorstellungsrunde

Für Neu-Barcamper ist es häufig überraschend, dass zu Beginn jeder mal das Mikrofon in der Hand hält und etwas sagen muss. Jeder? Ja, jeder.

Das kostet tatsächlich etwas Zeit – gerade wenn viele Teilnehmer da sind. Beim Barcamp Koblenz waren es letztes Jahr ca. 200 Teilnehmer, womit es schon zu den großen Camps gehört. Diese Zeit ist jedoch sinnvoll investiert: Bei einem Barcamp gibt es nämlich keine Zuhörer, sondern nur Mitmacher.

Dabei folgt die Vorstellung einer klaren Ordnung, um nicht unnötig viel Zeit vergehen zu lassen – schließlich sollen die Sessions und nicht die Vorstellung im Vordergrund stehen. Jeder Teilnehmer stellt sich mit seinem Vornamen (Achtung: Wenn man sich mit „Hallo, ich bin Herr / Frau XY“ vorstellt, macht man sich zum Affen. Definitiv.), dem Namen des Unternehmens, für das er arbeitet und drei Schlagworten vor, die zu ihm passen. Nicht mehr, nicht weniger. Dadurch kann ein zügiger Ablauf garantiert werden. Der Moderator hat die Aufgabe, auf die Einhaltung dieser Regeln zu achten.

Aber warum eigentlich der ganze Aufwand?

Der Icebreaker-Effekt

Erster positiver Effekt ist: Jeder hat zumindest mal seinen Namen und drei Themen, die ihn interessieren, in das Mikrofon gesagt. Damit ist das Eis gebrochen – jeder hat schon aktiv am Barcamp mitgewirkt. Auch die, die zum ersten Mal ein Barcamp besuchen, sind direkt involviert.

Man findet Gleichgesinnte

Auch wenn es teilweise viele Leute sind und es etwas dauert, bis alle durch sind: Man merkt sich genau die Gesichter, die ein Thema nennen, das einen selbst auch interessiert oder die Menschen, die einem auf Anhieb sympathisch sind. Nicht selten entstehen so direkt nach der Vorstellungsrunde neue Kontakte. Daher auch der Aufruf, besonders an die „alten Hasen“: Nutzt die Chance, redet mit Menschen!

Reden „per du“

Auf Barcamps springen wenige Leute in Nadelstreifen rum (wenn doch, auch ok). Durch die Vorstellungsrunde wird die lockere Atmosphäre manifestiert, man „kennt“ sich ja jetzt. Das obligatorische „du“ ist jetzt nicht mehr befremdlich.

Es geht um Respekt

Die Vorstellungsrunde ist gleichzeitig auch der Start der Veranstaltung, ein Ritual und gehört unbedingt zu einem Barcamp dazu. Bringt jedem Teilnehmer den Respekt entgegen, den ihr selbst erwartet. Für manche ist es normal, für andere vielleicht eine Überwindung, vor so vielen Leuten zu reden und für einen Moment im Mittelpunkt zu stehen. Also verhaltet euch ruhig bis ihr selbst dran seid und konzentriert euch danach auch wieder auf die anderen Teilnehmer, die gerade am Mikrofon stehen. Auf dem Barcamp ist niemand als Chef, „Head of“ oder sonst ein toller Titel, sondern als gleichberechtigter Mensch und gerade diese Sichtweise ermöglicht einen Austausch und das Aufsaugen von Impulsen in einer anderen Form als auf konventionellen Events.

tl;dr: Die Vorstellungsrunde dauert manchmal etwas, lohnt sich aber!

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